Theorie der Vergleichskosten (mit sechs Kritikpunkten)

Die Vergleichende Kostentheorie ist die Grundlage des internationalen Handels.

"Es zahlt sich aus, wenn sich die Länder auf die Herstellung der Waren spezialisieren, bei denen sie einen größeren komparativen Vorteil oder den geringsten komparativen Nachteil haben."

Angenommen, eine Produktionseinheit erzeugt in Land A 20 Zahnbürsten oder 20 kg Zucker und in Land B 15 Zahnbürsten oder 10 kg Zucker. In diesem Fall hat Land A einen Vorteil gegenüber Land B bei der Herstellung von Zahnbürsten und Zucker. Sie hat jedoch einen größeren "komparativen Vorteil" bei der Zuckerherstellung.

Land B ist bei beiden Waren benachteiligt, bei Zahnbürsten ist der "komparative Nachteil" geringer. Daher wird sich A auf Zucker und B auf Zahnbürsten spezialisieren. Dies ist das Gesetz der Vergleichskosten. Wenn es auf den internationalen Handel angewendet wird, so besagt die Theorie, dass sich ein Land tendenziell auf die Herstellung von Gegenständen spezialisiert, bei denen es einen größeren komparativen Vorteil genießt. Was wichtig ist, sind nicht die Kosten einer Ware in Land A und die Kosten in Land B, sondern das Verhältnis zwischen den Kosten der Ware in beiden Ländern.

Mit den Worten von Cairnes: "Der Unterschied in den Vergleichskosten für die Herstellung der ausgetauschten Waren ist für die Existenz des internationalen Handels wesentlich und ausreichend." Dies ist die grundlegende Grundlage des internationalen Handels. Im obigen Beispiel ist das Kostenverhältnis unterschiedlich. 20 kg Zucker: 20 Zahnbürsten in A und 10:15 in B. Hier können beide Länder vom Handel profitieren.

Ein Paradox:

Es ist in der Tat seltsam, ein Land zu finden, das eine Ware aus einem anderen importiert, auch wenn sie diese selbst zu geringeren Kosten produzieren kann. Beispielsweise stellen wir fest, dass Großbritannien zwar sowohl Milchprodukte als auch Maschinen billiger als Dänemark herstellen kann, jedoch Milchprodukte aus Dänemark importiert und Maschinen exportiert. Wie erklärt sich dieses Paradoxon? Gut so

Ein Professor kann wahrscheinlich seine eigenen Schuhe besser schwarz machen als sein Diener und natürlich viel besser vortragen. Aber seine Zeit wird mit seinen Büchern gewinnbringender genutzt als mit Pinsel und Politur. Ein Arzt mag ein besserer Spender sein als sein Assistent, aber es zahlt sich aus, die Patienten zu untersuchen und die Abgabe seinem Kneter zu überlassen.

Ebenso importiert Großbritannien Käse, weil es durch die Herstellung von Maschinen mehr verdient. Es ist also doch nicht sehr seltsam. Offensichtlich verwendet jede Nation ihre Ressourcen in solchen Kanälen, die die besten Ergebnisse erzielen. Dies ist die wahre Grundlage des gesamten internationalen Handels.

Entspricht der tatsächliche Handel diesem Prinzip?

In der heutigen Welt zeigt sich jedoch, dass viele Länder versuchen, sich selbst zu versorgen, und Industrien entwickeln, in denen sie keinen komparativen Vorteil gegenüber anderen haben. Sie halten es für unabdingbar, Schlüsselindustrien zu entwickeln, auch wenn sie dafür Opfer bringen müssen. Der Schutz wird übernommen und andere Handelsbeschränkungen werden verhängt. Diese Nationen sind sehr daran interessiert, ihre Schlüsselindustrien aus Angst vor dem Krieg zu entwickeln. Daher werden die Produktionskosten im Vorgriff auf einen zukünftigen Notfall ignoriert.

Kritik an der Vergleichenden Kostentheorie:

Die Vergleichende Kostentheorie kann aus folgenden Gründen kritisiert werden:

(i) Falsche Annahmen:

Die vergleichende Kostentheorie basiert auf einigen Annahmen, die im wirklichen Leben nicht zutreffen.

Einige dieser Annahmen sind:

(a) Die Stückkosten bleiben gleich,

b) statische Annahmen über die Fixkosten, die Fixlieferung der Produktionsfaktoren usw.,

(c) Es wird davon ausgegangen, dass keine Transportkosten anfallen.

d) Es wird davon ausgegangen, dass außer den Arbeitskosten keine weiteren Kosten anfallen

(e) Sie setzt eine perfekte Beweglichkeit der Faktoren innerhalb und eine perfekte Beweglichkeit außerhalb eines Landes voraus. Alle diese Annahmen sind ungültig. Daher ist die Theorie der Vergleichskosten nicht auf das wirkliche Leben anwendbar, dh der internationale Handel folgt nicht dem Gesetz der Vergleichskosten.

(ii) Die vergleichende Kostentheorie impliziert Spezialisierung; Eine vollständige Spezialisierung ist jedoch nicht immer möglich und wird in Bezug auf die Länder nicht immer als wünschenswert angesehen.

(iii) Nach der vergleichenden Kostentheorie entsteht der internationale Handel aufgrund von Unterschieden bei den relativen Faktorpreisen. Aber auch der internationale Handel kann diese Unterschiede verringern. Daher sollte der Handel ein Ende haben, wenn wir die vergleichende Kostentheorie akzeptieren.

(iv) Die vergleichende Kostentheorie ignoriert die Tatsache, dass der internationale Handel nicht nur aufgrund von Unterschieden bei der Faktorausstattung stattfindet, sondern auch, wenn die Faktorausstattung ähnlich ist, z. B. zwischen Industrieländern.

(v) Die Vergleichende Kostentheorie ist einseitig, da sie die Nachfrage ignoriert und sich nur auf die Angebotsseite konzentriert. Es ist nicht festgelegt, zu welchen Preisen die Waren nachgefragt und gehandelt werden.

(vi) Der tatsächliche Handel zwischen Ländern kann durch militärische oder strategische Überlegungen und nicht nur durch Vergleichskosten bestimmt werden. Die vergleichende Kostentheorie liefert daher keine ausreichende Erklärung für den internationalen Handel.

 

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