Zahlungsbilanz auf dem Kapitalkonto

Zahlungsbilanz auf dem Kapitalkonto

In der in Tabelle 29.2 angegebenen Kapitalbilanz sind Kredite aus dem Ausland und Kredite an andere Länder wichtige Positionen.

Dies hat zwei Formen:

i) Außenhilfe, dh Aufnahme von Krediten aus dem Ausland zu einem vergünstigten Zinssatz;

(ii) Gewerbliche Kredite, bei denen die indische Regierung und der Privatsektor Mittel vom Weltgeldmarkt zu einem höheren Marktzinssatz leihen. Neben dem Ausland sind Einlagen ein weiterer wichtiger Posten im Kapitalkonto.

Dies sind die Einzahlungen gebietsfremder Inder (NRI), die ihre überschüssigen Gelder bei indischen Banken halten. Ein weiterer wichtiger Posten der Kapitalbilanz sind Auslandsinvestitionen ausländischer Unternehmen in Indien. Es gibt zwei Arten von Auslandsinvestitionen. Das erste ist die Portfolioinvestition, bei der ausländische institutionelle Investoren (FII) Aktien und Anleihen von indischen Unternehmen und Regierungen erwerben.

Die zweite betrifft ausländische Direktinvestitionen (FDI), bei denen ausländische Unternehmen eigenständig oder in Zusammenarbeit mit indischen Unternehmen Werke und Fabriken errichten. Ein weiterer Posten in der Kapitalbilanz sind andere Kapitalströme, bei denen die Überweisungen der im Ausland tätigen indischen Staatsbürger aus dem Ausland eine wichtige Einnahmequelle darstellen. Die Tabelle 29.2 zeigt die Position des indischen Kapitalkontos für die Jahre 2004-05 bis 2011-12.

Tabelle 29.2. Indiens Zahlungsbilanz auf dem Kapitalkonto (in Milliarden US-Dollar):

Kapitalzuflüsse auf dem Kapitalkonto können in schuldenbildende und nicht schuldenbildende eingeteilt werden. Ausländische Investitionen (sowohl Direktinvestitionen als auch Portfolioinvestitionen) stellen nicht schuldenschaffende Kapitalzuflüsse dar, während externe Hilfe (dh aus dem Ausland aufgenommene vergünstigte Kredite), externe gewerbliche Kredite (EZB) und gebietsfremde Einlagen schuldenschaffende Kapitalzuflüsse sind.

Aus Tabelle 29.2 geht hervor, dass im Zeitraum 2007-2008 aufgrund ausländischer Investitionen (Direktinvestitionen und Portfolioinvestitionen) ein Nettokapitalzufluss von 43, 3 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen war. In Tabelle 29.2 ist die Position der indischen Zahlungsbilanz auf dem Kapitalkonto für die sieben Jahre 2005-06, 2006-07, 2007-08, 2008-09 und 2009-10, 2010-11 und 2011-12 angegeben.

Unter Berücksichtigung aller Zahlungsbilanzposten auf dem Kapitalkonto hatten wir 2007/08 einen Überschuss von 107, 9 Milliarden US-Dollar. Unter Berücksichtigung des Leistungsbilanzdefizits von 15, 7 Mrd. USD auf dem Leistungsbilanzkonto im Jahr 2007/08 ergab sich für 2007/08 ein Anstieg der Währungsreserven um 92, 2 Mrd. USD. Die globale Finanzkrise wirkte sich auf unseren Kapitalbilanzsaldo aus, da sich die Kapitalströme nach September 2008 umkehrten und wir 2008/09 20, 1 Mrd. USD unserer Währungsreserven verwendeten, was zu einem Rückgang unserer Währungsreserven führte.

Das heißt, weil wir unsere Devisenreserven in Höhe von 20, 1 Mrd. USD verwendet haben, sind unsere Devisenreserven 2008/09 um 20 Mrd. USD gesunken. Die Situation verbesserte sich 2009/10, als ausländische Direktinvestitionen (FDI) und Portfolioinvestitionen von FIIs zunahmen.

Infolgedessen ergab sich 2009/10 ein Nettokapitalüberschuss von 51, 6 Mrd. USD, und nachdem das Leistungsbilanzdefizit von 38 Mrd. USD ausgeglichen worden war, wurde unsere Währungsreserve 2009/10 um 13, 4 Mrd. USD aufgestockt. In den Jahren 2010-11 gab es auch einen Kapitalüberschuss von 63, 74 Mrd. USD, und nachdem wir das derzeitige Defizit erreicht hatten, erhöhten wir 2010.11 unsere Devisenreserven um 13, 1 Mrd. USD.

In den Jahren 2011-2012 und 2012-13 änderte sich die Situation hinsichtlich der Kapitalflüsse jedoch erheblich, und die Kapitalflüsse reichten nicht aus, um das große Leistungsbilanzdefizit (CAD) auszugleichen. Infolgedessen wurden 2011-12 Devisenreserven in Höhe von 12, 8 Milliarden US-Dollar entnommen. Im Zeitraum 2012-2013 konnten wir jedoch ein hohes Leistungsbilanzdefizit durch Kapitalzuflüsse und damit ohne Entnahme aus unseren Währungsreserven finanzieren.

Kapitalflüsse werden von Pull-Faktoren wie den wirtschaftlichen Grundlagen der Empfängerländer und Push-Faktoren wie der politischen Haltung der Quellländer getrieben. Die Kapitalflüsse haben Auswirkungen auf das Wechselkursmanagement, die gesamtwirtschaftliche und finanzielle Stabilität einschließlich der Liquiditätsbedingungen. Das Kapitalkontenmanagement muss daher den Schwerpunkt auf die Förderung ausländischer Direktinvestitionen und die Verringerung der Abhängigkeit von volatilem Portfoliokapital legen.

Dies würde sicherstellen, dass in dem Maße, in dem der Leistungsbilanzdefekt durch einen Kapitalüberschuss überbrückt wird, dies besser durch stabile und wachstumsfördernde ausländische Direktinvestitionsströme geschieht. In der gegenwärtigen internationalen Finanzsituation sind Reserven die erste Verteidigungslinie gegen die volatilen Kapitalströme. Der Rückgang der Reserven in Prozent des BIP gibt jedoch Anlass zur Sorge.

 

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