Ableitung der aggregierten Nachfragekurve (mit Diagramm) | IS-LM-Modell

Lassen Sie uns die Ableitung der aggregierten Nachfragekurve eingehend untersuchen.

Zunächst leiten wir die aggregierte Nachfragekurve aus dem IS-LM-Modell ab und erläutern die Position und die Steigung der aggregierten Nachfragekurve.

Die aggregierte Nachfragekurve zeigt den umgekehrten Zusammenhang zwischen dem aggregierten Preisniveau und der Höhe des Volkseinkommens. Nun können wir diese Beziehung auf der Basis des IS-LM-Modells herstellen.

Angenommen, wir halten die nominale Geldmenge konstant. Steigt nun das Preisniveau (P), sinkt das Angebot an Echtgeldguthaben (M / P). Infolgedessen verschiebt sich die LM-Kurve nach links oben.

Dies führt zu einem Anstieg von r und einem Abfall von Y, wie in Teil (a) von Abb. 11.1 gezeigt.

Wir sehen, dass mit dem Anstieg des Preisniveaus von P 0 auf P 1 das Einkommensniveau von Y 0 auf Y 1 sinkt. Diese umgekehrte Beziehung zwischen Y und P wird durch die aggregierte Nachfragekurve erfasst, wie in Teil (b) von Abb. 11.1 gezeigt.

Somit ist die aggregierte Nachfragekurve ein Ort von Punkten, die alternative Kombinationen von P und Y zeigen, die mit dem allgemeinen Gleichgewicht von Warenmarkt und Geldmarkt übereinstimmen, dh dem Gleichgewicht r und Y - gezeigt durch den Schnittpunkt der IS- und LM-Kurven.

Die aggregierte Nachfragekurve verschiebt sich aufgrund eines Ereignisses, das die IS-Kurve oder die LM-Kurve verschiebt (wenn P konstant bleibt). Wenn beispielsweise M zunimmt, steigt Y an, wenn P konstant bleibt. Infolgedessen verschiebt sich die aggregierte Nachfragekurve nach rechts, wie in Teil (a) von Abb. 11.2 dargestellt. Das Gegenteil ist auch wahr. Ein Rückgang von M verringert Y und verschiebt die aggregierte Nachfragekurve nach links.

In ähnlicher Weise verschiebt bei einem konstanten Preisniveau ein Anstieg von G oder ein Rückgang von T die aggregierte Nachfragekurve nach rechts, wie in Teil (b) von Abb. 11.2 gezeigt. Das Gegenteil ist auch wahr. Ein Rückgang von G oder ein Anstieg von T senkt Y oder verschiebt die aggregierte Nachfragekurve nach links.

Die Wirtschaft auf lange Sicht:

Das grundlegende IS-LM-Modell wird unter der Annahme dargestellt, dass das Preisniveau unverändert bleibt. Wie das keynesianische Modell der Einkommensermittlung handelt es sich also um ein Festpreismodell. Und damit zeigt es das Verhalten der Wirtschaft auf kurze Sicht.

Wenn wir zulassen, dass sich das Preisniveau nach oben oder unten bewegt, um sicherzustellen, dass die Wirtschaft ihre Vollbeschäftigungs- (potenzielle) Leistung erbringt, können wir das IS-LM-Modell verwenden, um das Verhalten der Wirtschaft auf lange Sicht zu beschreiben. Wir erinnern daran, dass das Vollbeschäftigungsniveau der Produktion auch als natürliche Produktionsrate bezeichnet wird, die mit der natürlichen Arbeitslosenquote übereinstimmt.

In Abb. 11.3 ist die LM-Kurve für ein festes Preisniveau P 0 gezeichnet. Das kurzfristige Gleichgewicht der Wirtschaft befindet sich am Punkt S, an dem die IS-Kurve die LM-Kurve schneidet. Dies ist ein kurzfristiges Gleichgewicht vom keynesianischen Typ, da es sich um eine Situation handelt, in der die Arbeitslosigkeit im Gleichgewicht ist.

Am Punkt S ist die Leistung (Einkommen) der Wirtschaft geringer als ihre natürliche Rate. In Abb. 11.3 (b) sehen wir, dass auf dem Preisniveau P 0 die Produktionsmenge unter der natürlichen Rate liegt. Wie im keynesianischen Modell reicht die Gesamtnachfrage nach Gütern und Dienstleistungen nicht aus, um das Produktionspotenzial der Wirtschaft auszuschöpfen.

In beiden Diagrammen gibt Punkt S das kurzfristige Gleichgewicht an, da das Preisniveau auf P 0 festgelegt bleibt. Eine solche Situation kann jedoch nicht lange anhalten. Früher oder später müssen die Preise aufgrund des anhaltenden Nachfragemangels fallen. Preisflexibilität macht hier den Trick. Die Wirtschaft kehrt letztendlich zu ihrem natürlichen Tempo zurück.

Sobald das Preisniveau auf P 1 fällt, erreicht die Volkswirtschaft in Punkt L ihr langfristiges Gleichgewicht. Abb. 11.3 (b) zeigt, dass in Punkt L die Gesamtnachfrage der Vollbeschäftigungs- (potenziellen) Produktion entspricht. In Abb. 11.3 (a) wird das gleiche langfristige Gleichgewicht durch Verschieben der LM-Kurve nach rechts erreicht. Die LM-Kurve verschiebt sich aufgrund des Abfalls von P 1, was seinerseits das Echtgeldguthaben (M / P) erhöht.

In beiden Figuren ist Punkt S das keynesianische Gleichgewicht, in dem P fest bleibt. Dieser Punkt zeigt, dass die Ausgabe von ihrer natürlichen Rate abweicht. Im Gegensatz dazu ist L das klassische Gleichgewicht. In diesem Fall sichert die Preisflexibilität die automatische Vollbeschäftigung (dh die Wirtschaft produziert immer zum natürlichen Satz).

Das keynesianische Modell basiert auf der Annahme, dass das Preisniveau unverändert bleibt. Die Produktion passt sich also an die Veränderungen der Gesamtnachfrage nach Waren und Dienstleistungen an.

Im Gegensatz dazu geht das klassische Modell davon aus, dass die Produktion auf dem Niveau der Vollbeschäftigung bleibt und sich der Preis an die Veränderungen der Gesamtnachfrage anpasst. Der Vergleich ist in Abb. 11.4 dargestellt. Wenn sich die aggregierte Nachfragekurve nach links verschiebt, sinkt der Output kurzfristig auf Y 0, wobei der Preis bei P 0 gleich bleibt. Aber auf lange Sicht fällt der verbleibende Preis P 0 bis P 1 gleich ab.

Kurzfristig bleibt das Preisniveau also konstant und die Produktion passt sich an. Dies ist der keynesianische Anpassungsmechanismus. Langfristig bewegt sich die Wirtschaft von Punkt E nach L.

 

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